4

Hotline: 0711 - 797 303 0

Vergleichsliste (0)

Sie haben keine Artikel auf der Vergleichsliste.

Warenkorb (0)

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

    Fernweh

    Von der Vespa auf den Cafe Racer – und ab nach Irland, um den Kopf frei zu bekommen.

    Wenn es im Leben mal drunter und drüber geht, weil innerhalb kurzer Zeit eine Beziehung zerbricht, Unfallverletzungen nach einem Sturz mit der Vespa sowie eine bedrohliche Krankheit zu überwinden sind, dann können neue Perspektiven nicht schaden. Frische Luft, um den Kopf freizukriegen, sich selbst zu finden, mit sich und dem Drumherum ins Reine zu kommen. Am besten funktioniert das in einer neuen „Beziehung“. In meinem Falle war es Liebe auf den ersten Blick: eine Kawasaki W800 Cafe Racer, die ich bei LLC im Hause Limbächer & Limbächer entdeckte.

    Das Schöne an meiner Reise ist, dass ich sie nicht von langer Hand plante. Nach der ersten fixen Idee bis zur Umsetzung vergingen keine zwei Wochen. Ich entschied mich „frei Schnauze“ und ohne wirklichen Plan, eine Selbstfindungs-Tour nach Irland zu starten. Abenteuerlustig, voller Elan, Lebensfreude, Fernweh. Im Gepäck nicht vieles, aber eine gute Portion Verrücktheit. Um es vorweg zu nehmen: Es war gut – sehr gut. Seelenbalsam. Das Handy, auf Werkseinstellungen zurückgesetzt, lediglich für Notfälle dabei. Jeden Moment genießend, allein gewesen, aber niemals einsam gefühlt. Die Landschaft gibt einem viel…

    Zugegeben, ich war nicht optimal vorbereitet, aber auf alles gefasst und für jede Herausforderung bereit. Zuvor war eine Vespa-Tour ins Allgäu mein größtes Zweirad-Erlebnis. Aber nun ging es auf die erste Etappe – Richtung Paris, in Lederjacke, Jeans und „Deichmann“-Schuhen, rechts und links Satteltaschen, und für den Notfall ein paar Kabelbinder. In der französischen Metropole fand ich mich auf Anhieb zurecht, mit Landkarte statt Navi. Ich mietete mich in ein nettes Hostel ein, schlenderte durch die alten Gassen. Und ja, das Klischee mit der Stadt der Liebe erfüllte sich.

    Nach kurzer, lauter Nacht und mit zwei Baguettes in den Satteltaschen, eingepackt von der süßen Französin, ging es auf die Autobahn. Zügig Richtung Norden. Dem strömenden Dauerregen trotzend, der sich wie aus Eimern aus dem Himmel ergoss. Ein kleiner Umfaller auf dem Parkplatz war mir egal, denn die Sonne kämpfte sich gegen die Wolken durch. Auf einer 18-stündigen Tour mit der Fähre bleibt viel Zeit, um Menschen kennenzulernen. Ein Anästhesist lud mich ein, ihn auf meiner Irland-Reise zu besuchen – was ich wenige Tage später auch tat, und die irische Gastfreundschaft genoss.

    Auf der „grünen Insel“ angekommen, führte mich der erste Weg in den nächsten Motorcycle Shop, um den kleinen Bremshebelschaden beheben zu lassen. Und weiter ging die Tour, auf der linken Straßenseite wohlgemerkt. Abends im Pub, bei Fish and Chips, bei Guinness und Cider, sind schnell Kontakte geknüpft. Beeindruckend, wie glücklich und offen die Menschen hier wirkten. Und ein Traum, wie perfekt diese Landschaft für ausgedehnte Motorradtouren ist. In weitläufigen Kurven durch ein sattgrünes Land, das sehr musikalisch ist und voller Geschichte(n) und Hintergründe.

    So schlängelt sich der bekannte Wild Atlantic Way über 2500 km entlang der Küste, über steile Klippen, durch moosige Landschaften und Weiden voller Schafe. Neblige Decken, mit denen man am frühen Morgen schweben möchte. Und auf dem Weg unzählige Sehenswürdigkeiten. Tauchend erkundete ich auch die Unterwasserwelt, die hier im Norden nicht so fischvielfältig und bunt ist, aber dennoch faszinierend mit meterhohen Algen und der torpedoschnellen Robbe, die an mir vorbeipfeilte.

    Nachdem ich nun ganz Irland bereiste, inklusive Nordirland – vorbei am „Ulster Grand Prix“, dessen Tribünen gerade aufgebaut wurden –, ging es über Dublin mit der Fähre nach Wales. Von dort zu meinem letzten Ziel, dem ACE Cafe London. Dann stand die Heimreise an und Frankreich hieß mich wieder willkommen: mit starkem Regen und ungemütlichen Temperaturen. Der letzte Stop galt der Champagne, wo ich es mir noch mal richtig gut gehen ließ, mir die berühmte Prickelplörre und Austern gönnte. Und ich bleibe dabei: nicht mein Ding.

    Im Rückblick sehe ich es klar: Die Erlebnisse mit diesem Motorrad und in diesem wunderbaren Irland wecken Gefühle. Und ich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe: ohne Plan und Vorbuchung. Einfach treiben lassen, schauen, was passiert, wen man kennenlernt. Jeden Tag genießen.



    Die Bilanz meiner Selbstfindung: 6000 km Motorradreise, 3 Wochen voller Erlebnisse, Lebenskraft getankt. Unbezahlbar!

    Hier ein paar Eindrücke der Reise in einer Bildergalerie:



    Wer eher auf bewegte Bilder steht, kann sich hier  ein selbstgeschnittenes Video ansehen!

    Senden Sie uns Ihr Abenteuer!

    Wir freuen uns über die Motorrad-Erlebnisse, -Eindrücke, -Reisen oder -Abenteuer unserer Kunden. Senden Sie uns einfach Ihr Manuskript und ein paar schöne Bilder, wir veröffentlichen dann Ihren Bericht in dieser Rubrik. Unter allen Einsendungen werden wir dann einen auswählen und in unserem Jahresmagazin veröffentlichen. Einsendungen bitte per E-Mail an: hendrik.krafft@limbaecher.de